Das Wichtigste in Kürze
📊 Gut zu wissen
- Die standesamtliche Trauung ist die einzige rechtsgültige Form der Eheschließung in Deutschland. Kirchliche und freie Trauungen sind rein symbolisch.
- Die Anmeldung erfolgt frühestens 6 Monate vor dem Wunschtermin beim Standesamt eures Wohnortes. Beide Partner:innen erscheinen persönlich mit allen Unterlagen.
- Die Kosten liegen bei ca. 40 bis 150 Euro für Anmeldung und Eheurkunde. Samstagstermine, Außenstellen und besondere Locations kosten extra.

Warum die standesamtliche Trauung unverzichtbar ist
In Deutschland führt kein Weg am Standesamt vorbei, wenn ihr rechtlich verheiratet sein wollt. Nur die Eheschließung durch einen Standesbeamten oder eine Standesbeamtin macht eure Ehe vor dem Gesetz gültig.
Viele Paare sehen die standesamtliche Trauung als reine Formalität und planen die große Feier für die kirchliche oder freie Trauung. Das geht natürlich, aber mit ein paar kreativen Ideen kann auch die Zeremonie im Standesamt ein besonderer Moment werden. Mehr dazu weiter unten im Artikel.
Welche Unterlagen braucht ihr?
Die benötigten Dokumente hängen von eurer persönlichen Situation ab. Hier die Übersicht:
Standardunterlagen (beide deutsche Staatsangehörigkeit, erste Ehe)
✅ Checkliste
- ☐Gültiger Personalausweis oder Reisepass
- ☐Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister (beim Standesamt des Geburtsortes beantragen, max. 6 Monate alt)
- ☐Erweiterte Meldebescheinigung (beim Einwohnermeldeamt, max. 4 Wochen alt)
Zusätzliche Unterlagen in besonderen Fällen
Wenn einer von euch schon einmal verheiratet war: Eheurkunde der vorherigen Ehe und rechtskräftiges Scheidungsurteil bzw. Sterbeurkunde.
Wenn einer von euch keine deutsche Staatsangehörigkeit hat: Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland, beglaubigte Übersetzung aller fremdsprachigen Dokumente, ggf. Apostille oder Legalisation. Hier empfehlen wir dringend, frühzeitig das Standesamt zu kontaktieren, denn die Anforderungen variieren je nach Herkunftsland und können zeitaufwändig sein.
Wenn ihr gemeinsame Kinder habt: Geburtsurkunden der Kinder.
💡 Tipp
Ruft vor eurem Besuch beim Standesamt an und fragt nach der vollständigen Unterlagenliste für eure konkrete Situation. So vermeidet ihr einen zweiten Termin, weil ein Dokument fehlt.
Die Anmeldung der Eheschließung
Wann und wo anmelden?
Die Anmeldung ist frühestens 6 Monate vor dem gewünschten Hochzeitstermin möglich. Zuständig ist das Standesamt an eurem Wohnsitz (egal ob Haupt- oder Nebenwohnsitz). Lebt ihr an verschiedenen Orten, könnt ihr euch für eines der beiden zuständigen Standesämter entscheiden.
Beide Partner:innen erscheinen persönlich mit allen Unterlagen. Ist einer von euch aus wichtigem Grund verhindert, kann der oder die andere mit einer schriftlichen Vollmacht allein anmelden.
Was passiert bei der Anmeldung?
Das Standesamt prüft eure Ehefähigkeit. Dabei wird kontrolliert, ob alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind: Volljährigkeit, keine bestehende Ehe, keine zu enge Verwandtschaft. Nach erfolgreicher Prüfung erhaltet ihr die Mitteilung, dass die Eheschließung vorgenommen werden kann. Diese Genehmigung ist 6 Monate gültig. Innerhalb dieses Zeitraums könnt ihr in jedem Standesamt in Deutschland heiraten.
Wo könnt ihr heiraten?
Die Anmeldung erfolgt beim Wohnsitz-Standesamt, aber heiraten könnt ihr überall. Ihr seid nicht an euren Wohnort gebunden. Möchtet ihr in einer anderen Stadt oder Gemeinde heiraten, werden eure Unterlagen automatisch an das Wunsch-Standesamt weitergeleitet. Dafür fällt eine kleine Zusatzgebühr an.
📊 Gut zu wissen
- Beliebte Termine (Sommer-Samstage, Schnapszahlen) sind oft Monate im Voraus vergeben. Meldet euch so früh wie möglich an.
- Manche Standesämter ermöglichen eine Terminreservierung vor der 6-Monats-Frist. Fragt einfach nach.
Was kostet die standesamtliche Trauung?
Die standesamtliche Trauung gehört zu den günstigsten Posten eurer Hochzeitsplanung. Die Gebühren variieren je nach Bundesland und Standesamt.
Stand 2026 · Gebühren variieren nach Bundesland und Gemeinde. Bei Auslandsbeteiligung können höhere Kosten anfallen.
💡 Tipp
Eine Trauung unter der Woche während der regulären Dienstzeiten ist am günstigsten. Samstage und besondere Locations kosten Aufpreis, sind aber natürlich deutlich festlicher.
Der Ablauf im Standesamt
Die Zeremonie dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Der genaue Ablauf kann sich je nach Standesbeamt:in leicht unterscheiden, folgt aber einem festen Grundmuster:
Empfang
- Brautpaar und Gäste treffen ein
- Standesbeamt:in begrüßt das Paar
- Ausweis-Kontrolle
Betreten des Trausaals
- Brautpaar wird in den Trausaal geführt
- Gäste nehmen Platz (meist 20 bis 40 Plätze)
Traurede
- Standesbeamt:in hält eine kurze Ansprache
- Persönliche Worte über das Paar (wenn gewünscht)
Ja-Wort
- Standesbeamt:in stellt die entscheidende Frage
- Beide antworten einzeln mit Ja
Ringtausch & Kuss
- Austausch der Eheringe (optional, falls nicht bei freier Trauung)
- Der erste Kuss als Ehepaar
Unterschriften
- Ehebucheintrag wird vorgelesen
- Brautpaar, ggf. Trauzeugen und Standesbeamt:in unterschreiben
- Eheurkunde wird überreicht
Empfang
- Brautpaar und Gäste treffen ein
- Standesbeamt:in begrüßt das Paar
- Ausweis-Kontrolle
Betreten des Trausaals
- Brautpaar wird in den Trausaal geführt
- Gäste nehmen Platz (meist 20 bis 40 Plätze)
Traurede
- Standesbeamt:in hält eine kurze Ansprache
- Persönliche Worte über das Paar (wenn gewünscht)
Ja-Wort
- Standesbeamt:in stellt die entscheidende Frage
- Beide antworten einzeln mit Ja
Ringtausch & Kuss
- Austausch der Eheringe (optional, falls nicht bei freier Trauung)
- Der erste Kuss als Ehepaar
Unterschriften
- Ehebucheintrag wird vorgelesen
- Brautpaar, ggf. Trauzeugen und Standesbeamt:in unterschreiben
- Eheurkunde wird überreicht
Braucht ihr Trauzeugen?
Nein, Trauzeugen sind bei der standesamtlichen Trauung in Deutschland seit 1998 nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben. Ihr könnt maximal zwei Trauzeugen benennen, die mit euch die Eheurkunde unterschreiben. Voraussetzung: Sie sind volljährig und können sich mit einem gültigen Ausweis legitimieren.
Auch wenn es keine Pflicht ist, empfehlen viele Paare Trauzeugen dabei zu haben. Es ist ein schöner Brauch, ein Vertrauensbeweis und gibt euch jemanden an der Seite, der im Trubel des Hochzeitstages den Überblick behält.
Tipps für eine persönlichere Zeremonie
Die standesamtliche Trauung muss kein trockener Verwaltungsakt sein. Mit ein paar kleinen Ideen wird sie deutlich persönlicher:
Vorab mit der Standesbeamt:in sprechen: Viele Standesbeamt:innen sind offen für persönliche Wünsche. Erzählt ihnen eure Geschichte, damit die Traurede individueller ausfallen kann.
Musik einsetzen: In den meisten Standesämtern könnt ihr ein Musikstück abspielen lassen, zum Beispiel beim Einzug oder nach dem Ja-Wort. Klärt vorher, ob eine Musikanlage vorhanden ist.
Eigene Blumen mitbringen: Ein kleiner Blumenstrauß, ein Anstecker für den Bräutigam und etwas Blumenschmuck für den Tisch verwandeln den Raum.
Besondere Außenstelle wählen: Immer mehr Standesämter bieten Trauungen an besonderen Orten an: Schlösser, historische Rathäuser, Leuchttürme, botanische Gärten oder sogar auf Schiffen. Die sogenannten Ambiente-Trauungen kosten etwas mehr, sind aber deutlich stimmungsvoller.
Sektempfang im Anschluss: Auch nach einer kleinen standesamtlichen Trauung könnt ihr mit euren Liebsten anstoßen. Ein kurzer Sektempfang vor dem Standesamt macht den Moment festlich.
Standesamtliche Trauung und freie Trauung kombinieren
Über die Hälfte aller Ehepaare in Deutschland heiraten zweimal: einmal standesamtlich und einmal kirchlich oder frei. Die beliebtesten Kombinationen:
Standesamt im kleinen Kreis, freie Trauung als große Feier: Ihr heiratet ein paar Tage oder Wochen vorher standesamtlich mit der engsten Familie. Die freie Trauung mit allen Gästen wird zum emotionalen Hauptevent.
Beides am selben Tag: Standesamtliche Trauung am Vormittag, freie Trauung am Nachmittag. Straff geplant, aber ihr habt alles an einem Tag.
Standesbeamt:in zur Location einladen: Manche Standesbeamt:innen kommen zu eurer Wunsch-Location und führen die rechtliche Eheschließung dort durch. So wird die standesamtliche Trauung zum Teil der freien Zeremonie.
💡 Tipp
Wenn ihr eure Ringe erst bei der freien Trauung tauschen wollt, lässt sich der Ringtausch im Standesamt einfach weglassen. Sprecht das vorher mit der Standesbeamt:in ab.
Checkliste: Standesamtliche Trauung planen
✅ Checkliste
- ☐Frühzeitig beim Standesamt über Unterlagen und Termine informieren
- ☐Alle Dokumente besorgen (Geburtsurkunde, Meldebescheinigung, ggf. Scheidungsurteil)
- ☐Termin für die Anmeldung vereinbaren (max. 6 Monate vorher)
- ☐Beide persönlich zur Anmeldung erscheinen
- ☐Wunschtermin für die Trauung reservieren
- ☐Trauzeugen festlegen (optional, max. 2)
- ☐Personalausweise der Trauzeugen prüfen (müssen gültig sein)
- ☐Standesbeamt:in über persönliche Wünsche informieren (Musik, Rede)
- ☐Sonderurlaub beim Arbeitgeber beantragen
- ☐Outfit festlegen (auch im Standesamt darf es festlich sein!)
- ☐Blumen und ggf. Deko organisieren
- ☐Sektempfang oder kleines Essen im Anschluss planen
- ☐Fotograf:in für die standesamtliche Trauung buchen (auch wenn die große Feier später kommt)
Häufige Fragen
Kann ich überall in Deutschland standesamtlich heiraten? Ja. Die Anmeldung erfolgt beim Wohnsitz-Standesamt, aber die Trauung selbst könnt ihr bei jedem Standesamt in Deutschland durchführen.
Wie lange dauert die Zeremonie? In der Regel 15 bis 30 Minuten, je nach Umfang der Traurede und gewünschten persönlichen Elementen.
Kann ich die Traurede mitbestimmen? Ja. Viele Standesbeamt:innen nehmen persönliche Infos über euch auf und bauen sie in die Rede ein. Fragt bei der Terminvergabe direkt danach.
Was passiert, wenn wir innerhalb der 6 Monate nicht heiraten? Dann verfällt die Anmeldung und ihr erhaltet die Unterlagen zurück. Ihr könnt euch aber erneut anmelden.
Fazit
Die standesamtliche Trauung ist der rechtliche Grundstein eurer Ehe. Mit guter Vorbereitung, den richtigen Unterlagen und ein paar persönlichen Touches wird auch dieser Termin zu einem besonderen Moment. Ob im klassischen Trausaal oder einer romantischen Außenstelle: Genießt den Augenblick, in dem eure Liebe offiziell wird.
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