Das Wichtigste in Kürze
📊 Gut zu wissen
- Fürbitten sind Gebete oder Wünsche, die bei der Trauung von Gästen vorgelesen werden. Sie gehören traditionell zur kirchlichen Trauung, passen aber auch zu freien Zeremonien.
- Wählt 4 bis 6 Fürbitten aus. Mehr wird zu lang. Die Themen: das Brautpaar, die Familien, die Gäste, Menschen in Not und Verstorbene.
- Bestimmt frühzeitig, wer welche Fürbitte liest. Familie, enge Freunde oder Trauzeugen eignen sich am besten.
Was sind Fürbitten?
Fürbitten sind kurze Bitten oder Wünsche, die während der Trauung vorgelesen werden. In der kirchlichen Trauung richten sie sich an Gott. Bei freien Trauungen werden sie als Wünsche an das Universum, das Leben oder einfach an das Brautpaar formuliert.
Fürbitten sind ein Moment der Stille und Besinnung inmitten der Feierlichkeiten. Sie geben Gästen die Möglichkeit, aktiv an der Zeremonie teilzunehmen und dem Paar etwas Persönliches mitzugeben.
Die richtige Reihenfolge
Traditionell folgen Fürbitten einer Struktur vom Paar zum Allgemeinen:
- Für das Brautpaar: Liebe, Vertrauen, gemeinsamer Weg
- Für die Familien: Zusammenhalt, Gesundheit, Dankbarkeit
- Für die Gäste und Freunde: Verbundenheit, Freude
- Für Menschen in schwierigen Situationen: Kranke, Einsame, Trauernde
- Für Verstorbene: Gedenken an Menschen, die nicht mehr dabei sein können
- Abschluss: Allgemeine Bitte um Frieden, Liebe in der Welt
💡 Tipp
Nicht jede Fürbitte muss ernst sein. Zwischen den klassischen Bitten darf auch eine warmherzige, persönliche Fürbitte stehen, die zum Paar passt: „Wir bitten darum, dass [Name] nie aufhört, [Name] morgens Kaffee ans Bett zu bringen."
20+ Fürbitten-Vorlagen
Für das Brautpaar
„Wir bitten für [Name] und [Name]: Dass ihre Liebe mit jedem Tag tiefer wird. Dass sie in guten Zeiten gemeinsam feiern und in schwierigen Zeiten füreinander einstehen. Und dass sie nie vergessen, warum sie sich heute füreinander entschieden haben."
„Für das Brautpaar bitten wir: Schenke ihnen Geduld, wenn der Alltag sie einholt. Humor, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen. Und die Weisheit zu wissen, dass Liebe kein Zustand ist, sondern eine tägliche Entscheidung."
„Wir bitten für [Name] und [Name]: Dass ihr gemeinsamer Weg von Vertrauen getragen wird. Dass sie ehrlich zueinander sind, auch wenn es unbequem ist. Und dass sie jeden Abend mit dem Gefühl einschlafen, am richtigen Ort zu sein."
„Wir wünschen dem Brautpaar: Dass eure Liebe so beständig ist wie der Boden, auf dem ihr steht, und so lebendig wie die Schmetterlinge in eurem Bauch am Tag eures Kennenlernens."
Für die Familien
„Für die Familien des Brautpaares bitten wir: Dass die beiden Familien zusammenwachsen und sich gegenseitig bereichern. Dass Eltern und Geschwister immer einen Platz im Leben des Paares haben."
„Wir bitten für die Eltern von [Name] und [Name]: Danke, dass ihr eure Kinder zu den Menschen gemacht habt, die heute hier stehen. Schenkt ihnen Gesundheit, Freude und die Gewissheit, dass sie vieles richtig gemacht haben."
„Für die Familien bitten wir: Dass aus zwei Familien eine wird. Nicht durch Pflicht, sondern durch echte Verbundenheit und gemeinsame Erinnerungen."
Für die Gäste und Freunde
„Für alle, die heute hier sind, bitten wir: Dass die Freundschaften, die euch mit dem Brautpaar verbinden, auch in den kommenden Jahren Bestand haben. Und dass dieser Tag der Beginn vieler gemeinsamer Feste ist."
„Wir bitten für die Freunde und Wegbegleiter:innen: Dass ihr immer füreinander da seid. In guten Zeiten zum Feiern und in schwierigen zum Zuhören."
Für Menschen in schwierigen Situationen
„Wir denken an alle Menschen, die heute Schweres durchmachen: Krankheit, Einsamkeit, Trauer oder Sorgen. Wir bitten, dass auch sie Liebe und Trost erfahren."
„In einem Moment der Freude denken wir an die, denen es nicht so gut geht. Wir bitten um Mitgefühl, Hoffnung und die Kraft, schwierige Zeiten zu überstehen."
Für Verstorbene
„Wir gedenken der Menschen, die heute nicht bei uns sein können, weil sie nicht mehr unter uns sind. Besonders [Name/n]. Sie fehlen uns. Aber wir spüren, dass sie trotzdem bei uns sind. In unseren Erinnerungen und in unseren Herzen."
„Für die, die wir vermissen: Wir wissen, ihr wärt heute gerne hier. Und wir sind sicher, dass ihr irgendwo lächelt."
Persönliche und humorvolle Fürbitten
„Wir bitten darum, dass [Name] nie aufhört, für [Name] zu kochen. Und dass [Name] nie aufhört, so zu tun, als wäre es jedes Mal das beste Essen der Welt."
„Wir wünschen dem Brautpaar: Dass die Fernbedienung nie zum Streitthema wird. Dass der Müll sich von alleine rausbringt. Und dass ihr auch nach 50 Jahren noch über die gleichen schlechten Witze lacht."
„Wir bitten für [Name] und [Name]: Dass ihr immer genug Geduld habt, um die Macken des anderen charmant zu finden statt nervtötend."
Abschluss-Fürbitte
„Für die ganze Welt bitten wir: Um Frieden, Toleranz und Liebe. Dass das Glück, das wir heute hier spüren, sich ausbreiten möge. Und dass jeder Mensch einmal erfahren darf, was es bedeutet, geliebt zu werden."
„Wir schließen mit einem Wunsch für uns alle: Dass wir von diesem Tag etwas mitnehmen. Die Erinnerung an Liebe, die Wärme der Gemeinschaft und die Hoffnung, dass das Gute im Leben immer stärker ist."
Wer liest die Fürbitten vor?
Wählt 4 bis 6 Personen aus verschiedenen Lebensbereichen des Paares:
- Eltern oder Geschwister (für die Familien-Fürbitte)
- Trauzeugin oder Trauzeuge (für die persönliche Fürbitte)
- Enge Freund:innen (für die Gäste-Fürbitte)
- Patenkinder oder Neffen/Nichten (besonders berührend, wenn Kinder lesen)
- Das Brautpaar selbst (für die Verstorbenen-Fürbitte, falls gewünscht)
Informiert die Leser:innen mindestens 2 Wochen vorher. Gebt ihnen den Text, damit sie üben können. Und sagt dazu: Langsam lesen, Pausen lassen, Blickkontakt mit dem Paar.
Fürbitten bei der freien Trauung
Fürbitten passen nicht nur in die Kirche. Bei einer freien Trauung werden sie als „Wünsche" formuliert und von der Trauredner:in eingeleitet. Statt „Wir bitten Gott" heißt es dann „Wir wünschen euch" oder „Wir tragen in Gedanken den Wunsch."
Die freie Variante erlaubt mehr Persönlichkeit und Humor. Nutzt das! Eine Mischung aus ernsten und augenzwinkernden Wünschen macht die Zeremonie lebendig.
Checkliste
✅ Checkliste
- ☐4 bis 6 Fürbitten auswählen
- ☐Reihenfolge festlegen (Paar → Familie → Gäste → Not → Verstorbene → Abschluss)
- ☐Leser:innen bestimmen und frühzeitig informieren
- ☐Texte ausdrucken und an die Leser:innen verteilen
- ☐Mit Pfarrer:in oder Trauredner:in abstimmen (Zeitpunkt in der Zeremonie)
- ☐Probe-Durchlauf bei der Trauprobe (falls kirchlich)
Mehr zur Trauung: Kirchliche Trauung: Ablauf & Tipps · Freie Trauung
Fazit
Fürbitten sind einer der persönlichsten Momente der Trauung. Sie geben den Gästen eine Stimme und dem Paar Wünsche mit auf den Weg, die lange nachhallen. Wählt eine Mischung aus klassischen und persönlichen Bitten, bestimmt die Leser:innen mit Bedacht und lasst Raum für Emotionen. Das Ergebnis ist ein Moment, den niemand vergessen wird.
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